Stele 5



Die Cheliusscheune
Die »Cheliusscheune« benannt nach dem berühmten Heidelberger Augenarzt und Chirurgen Maximilian Joseph
von Chelius (1794-1876), zu dessen Patienten unter anderen Frédéric Chopin gehörte.
Chelius hatte in Zuzenhausen seinen Landsitz mit umfangreichen Ländereien. Von den Gebäuden hat wohl nur die Scheune die Zeit überdauert. Im Jahre 1873 verkauft sein Sohn Franz von Chelius, ebenfalls Chirurg in Heidelberg, den ganzen Besitz seines Vaters. Im dafür geführten Bericht heißt es: »Am 27 März 1873. erkaufte die hiesige politische Gemeinde lt. Grundstückseintrag vom 30 Mai 1873. Band 18. №. 44. Ste 424. von Professor Dr. Franz v. Chelius das Letzterem eigenthümlich zugehörige auf Gemarkung Zuzenhausen gelegene Gut mit allen Gebäuden, Hofraithen, Gärten, Aekern, Wiesen, Weinbergen und auf dem Gute bestehenden Einrichtungen, namentlich die Brennereieinrichtung zu Eigentum Besitz und Genuss, für die Kaufsumme von 125,000 fl. welch. letzen an Martini 1873. bar ohne Zins an den Verkäufer zu entrichten war.« Die Kaufsumme von 125.000 fl. (Gulden) entspräche
heute einem Wert von ca. 1,6 Mio. Euro. Für diese enorme Summe musste die Gemeinde ein Darlehen aufnehmen, um den Kaufpreis zu entrichten.
Die Güter wurden dann wiederum an die
Bürger verpachtet.
Mitunter wird die Scheune auch als »Zehntscheune
« bezeichnet. Der Ort an dem die Bürger ihre
Steuer (Zehnt) an Naturalien hinbrachten und die
auch in der Regel dort gelagert wurden. In einer
Karte des Dorfes von Ende des 18. Jahrhunderts
wird noch eine Zehntscheune an anderer Stelle
im »Städtl« verzeichnet. Da der »Zehnte« in Baden
ab dem Jahr 1833 langsam seine Ablösung
fand, ist unklar ob die »Cheliusscheune« noch als
Zehntscheune genutzt wurde.
Maximilian Joseph von Chelius (Lithografie
von Valentin Schertle)
Quelle: Wikipedia
Auszug aus dem Bericht über die Chelius’-
schen Güter. Quelle: Gemeindearchiv