Station 1

Die Karte!

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Die Audio­beiträge

Vorwort

Entdecke Zuzenhausen”

Ein Mehrgenerationenprojekt und das Ergebnis kann sich hören lassen.

Viel Spaß!

Das Heimatlied

Das Heimatlied wurde vom Schülerchor der Häusel Grundschule Zuzenhausen im September 2023 eingesungen.

Altes und neues Rathaus

„Erkenne das Richtige – Schaffe das Gute”
Diese Inschrift und die Glocke ist alles, was vom „Alten Rathaus“ übriggeblieben ist und soll die Erinnerung wachhalten. Die Inschrift gilt auch heute noch als Mahnung für all diejenigen, die in diesem Gebäude aus- und eingehen.

“Durch Gottes Gnad, Hilf und Beistand haben erbaut dieses gemeine Rathaus Johann Wilhelm Vogt, Schultheiß, Friedrich Obermess, Bürgermeister des Gerichts, Johann Wilhelm Hoffmann, Bürgermeister der Gemein. …

Mit Rat und That des ehrsamen Gerichts und ganzer Gemein allhier. Am 22. Mai 1723.”

So lautete die Inschrift des alten Rathauses, das in den Jahren 1965 bis 1967 durch den heutigen Neubau ersetzt wurde.

Fast 250 Jahre lang bildete dieses Gebäude den Mittelpunkt des Dorfgeschehens. Ehrwürdig stand es in der Mitte des Dorfes neben der Elsenz. Zwei Brücken hat es überlebt. Wie oft wohl mögen Schultheiß und Gemeinderat darin über Sorgen und Nöte des Dorfes und seiner Einwohner beraten haben, von denen es in den 250 Jahren viele gab. Missernten, Hochwasser, Menschen- und Viehseuchen wechselten mit Kriegsnöten und -lasten. Es gab aber auch ruhige und friedvolle Zeiten, die dem Dorfe und seinen Bürgern Wohlstand brachten. Alle diese Geschehnisse und ihre Auswirkungen fanden vielmehr als heute ihren Niederschlag im Rathaus des Dorfes. Die heute noch vorhandenen alten Bücher und Rechnungen, diese dicken Bände und Folianten, enthalten in Berichten und Zahlen das Gemeindeleben dieses Zeitabschnitts.

Ein kleiner Turm mit zwei Glocken krönte das Rathaus. Sie kündeten die Zeiten des Tages für die Bewohner im Dorf und die auf dem Felde beschäftigten Bauern und läuteten bei Feuer- und Wassernot.

Den Gläubigen in der Gemeinde diente dieses alte Rathaus lange Zeit als Gotteshaus.

Sowohl die lutherische Gemeinde als auch die katholische und reformierte Gemeinde fanden im alten Rathaus viele Jahre Platz für ihre Gottesdienste.

Seit dem 1. Februar 1870 hatte auch das Standesamt Eingang in das Rathaus gefunden. Unzählige neue Erdenbürger wurden mit Namen und Tag sorgfältig registriert. Groß ist auch die Zahl derer, deren Sterben dort im Laufe der Zeit schmerzlich gemeldet und eingetragen wurde. Aber auch viel junges Eheglück wurde hier besiegelt.

Die Brücke

„Die Zuzenhäuser und ihre Brücke”

Wie schon der Zuzenhäuser Ortsneckname „Briggehossler“ vermuten lässt, hatten die Einwohner schon immer eine besondere Beziehung zu der Elsenzbrücke am Rathaus. Des Öfteren hat sich in den vergangenen Jahrhunderten das ortsbildprägende Bauwerk geändert.

Hier eine chronologische Darstellung: …

1728

Wurde erstmals eine massive Steinbrücke mit großem Bogen erbaut. Anfangs war die Brücke noch mit schweren Eichenbalken eingedeckt. Durch den Bogen taten sich die Fuhrwerke, besonders im Winter, mit der Überfahrt schwer. Durch die damals schon vorhandenen Sitzgelegenheiten auf beiden Seiten, war die Brücke schon von Anfang an ein beliebter Aufenthaltsort für die Einwohner. Folgende Inschrift zeugte von der Erstellung:

„Durch Gottes Gnad‘, Hilf und Beistand haben erbaut dies Brucken Joh. Wilhelm Vogt, Schultheiß der Gemeind‘ dahier, Wilhelm Hoffmann, Bürgermeister des Gerichts, Leonh. Brühler, Bürgermeister der Gemeinde mit Hilf‘ der ehrsamen Bürger allein“.

1769

Es stellte sich im Laufe der Jahre heraus, dass der Durchlass der Brücke bei Hochwasser zu klein war. So wurde der Bogen im Jahr 1769 erweitert und komplett in Stein ausgeführt. In dieser Form sollte sie 120 Jahre bestand haben.

Abbildung 1: Die Steinbrücke mit dem Alten Rathaus

1889

Im Jahre 1889 wurde die steinerne Brücke durch einen Kostenaufwand von damals 16.000 Mark durch eine Brücke aus Metall ersetzt. Diese bauliche Maßnahme machte es notwendig, dass die Brückenfundamente weiter „landeinwärts“ gesetzt werden mussten. Dadurch musste auch leider zum „allgemeinen Bedauern der Einwohner“ wie Pfarrer Glock in seiner Ortschronik schreibt, die Linde am Rathaus (siehe Abb. 1) dem Fortschritt weichen. Ebenfalls bedauerlich wird gewesen sein, dass es auch keine Sitzmöglichkeiten mehr auf der Brücke gab.

Abbildung 2: Die „neue“ Metallbrücke bei einem Hochwasser.

1974

Die bisher letzte Erneuerung der Elsenzbrücke fand im Jahr 1974 statt. Für rund 450.000 DM wurde sie nochmals, für eine Belastungen von 60 Tonnen und einer Fahrbahnbreite von 6 Metern mit beidseitigem Gehweg, den neuesten Verkehrsbedürfnissen angepasst. Bei der feierlichen Einweihung am 11. November gab der damalige Bürgermeister Otmar Butschbacher der Hoffnung Ausdruck, dass diese Brücke nur friedliche Menschen und Fahrzeuge passieren mögen. Bis heute hat sich das erfüllt, möge es auch in Zukunft so sein.

Gasthaus “Zum Elsenztal”

Das 1978 zur 1200-Jahr-Feier renovierte Fachwerkhaus war über Jahrzehnte eine beliebte Gaststätte. Heute befindet es sich im Besitz der Baufirma Reinhard. Im Heimatbuch „So war’s und so isch’s worre“ ist die bewegte Geschichte der Gaststätte nachzulesen.

Evangelisch lutherische Schule

„Bis zum Jahr 1841 gab es kein lutherisches Schulhaus in Zuzenhausen“. Schule und Lehrer waren in Miete (Anm. d. Red.: im oberen Stockwerk des noch bestehenden Fachwerkhauses in der Brunnengasse). So schreibt es Pfarrer Johann Philipp Glock in seiner Ortschronik aus dem Jahr 1896. Vermutlich ist ihm hier ein Fehler unterlaufen. Wahrscheinlich ist das Jahr 1741 gemeint, da er für 1812 einen Zukauf dokumentiert und ab 1821 nach der Kirchenvereinigung sowohl die ev. lutherischen wie auch die ev. reformierten Kinder nachweislich in dem Gebäude in der Hauptstraße 22/Ecke Bachgasse unterrichtet wurden. Im Jahr 1876 hatte die badische Volksvertretung den gemeinsamen Unterricht aller Kinder, unabhängig ihrer Konfession (Simultanschule), beschlossen. Dadurch wurde ein Neubau notwendig, um alle Schüler zu unterrichten. Daraufhin entstand das Schulgebäude am Mühlweg (siehe Station 6). 

Abbildung 1: Im 1. Stock war der Unterricht für die evangelisch lutherischen Kinder