Stele 1

Das Rathaus

„Erkenne das Richtige – Schaffe das Gute“

Diese Inschrift und die Glocke ist alles, was vom „Alten Rathaus“ übriggeblieben ist und soll die Erinnerung wachhalten. Die Inschrift gilt auch heute noch als Mahnung für all diejenigen, die in diesem Gebäude aus- und eingehen.

Durch Gottes Gnad, Hilf und Beistand haben erbaut dieses gemeine Rathaus Johann Wilhelm Vogt, Schultheiß, Friedrich Obermess, Bürgermeister des Gerichts, Johann Wilhelm Hoffmann, Bürgermeister der Gemein. Mit Rat und That des ehrsamen Gerichts und ganzer Gemein allhier. Am 22. Mai 1723.“

So lautete die Inschrift des alten Rathauses, das in den Jahren 1965 bis 1967 durch den heutigen Neubau ersetzt wurde. Fast 250 Jahre lang bildete dieses Gebäude den Mittelpunkt des Dorfgeschehens. Ehrwürdig stand es in der Mitte des Dorfes neben der Elsenz. Zwei Brücken hat es überlebt. Wie oft wohl mögen Schultheiß und Gemeinderat darin über Sorgen und Nöte des Dorfes und seiner Einwohner beraten haben, von denen es in den 250 Jahren viele gab. Missernten, Hochwasser, Menschen- und Viehseuchen wechselten mit Kriegsnöten und -lasten. Es gab aber auch ruhige und friedvolle Zeiten, die dem Dorfe und seinen Bürgern Wohlstand brachten. Alle diese Geschehnisse und ihre Auswirkungen fanden vielmehr als heute ihren Niederschlag im Rathaus des Dorfes. Die heute noch vorhandenen alten Bücher und Rechnungen, diese dicken Bände und Folianten, enthalten in Berichten und Zahlen das Gemeindeleben dieses Zeitabschnitts.

Ein kleiner Turm mit zwei Glocken krönte das Rathaus. Sie kündeten die Zeiten des Tages für die Bewohner im Dorf und die auf dem Felde beschäftigten Bauern und läuteten bei Feuer- und Wassernot.

Den Gläubigen in der Gemeinde diente dieses alte Rathaus lange Zeit als Gotteshaus.

Sowohl die lutherische Gemeinde als auch die katholische und reformierte Gemeinde fanden im alten Rathaus viele Jahre Platz für ihre Gottesdienste.

Seit dem 1. Februar 1870 hatte auch das Standesamt Eingang in das Rathaus gefunden. Unzählige neue Erdenbürger wurden mit Namen und Tag sorgfältig registriert. Groß ist auch die Zahl derer, deren Sterben dort im Laufe der Zeit schmerzlich gemeldet und eingetragen wurde. Aber auch viel junges Eheglück wurde hier besiegelt.

Die Überlegungen zum Bau eines neuen Rathauses begannen bereits im Jahre 1961.

Bis dann am 11. Mai 1968 das neue Rathaus in feierlichem Rahmen eingeweiht werden konnte, waren viele Verhandlungen mit dem Landratsamt und dem Regierungspräsidium wegen der Zuschussfrage erforderlich. In zwei Bauabschnitten entstand nach den Plänen und unter der Bauleitung von Architekt Karl Kühner aus Spechbach ein modern gestaltetes Gebäude aus Sichtbeton.

Die schlechten Bodenverhältnisse in unmittelbarer Nähe der Elsenz brachten beim Bau mancherlei Schwierigkeiten mit sich. Im ersten Bauabschnitt wurden das eigentliche Rathausgebäude und der Feuerwehrgeräteraum errichtet. Nach dem Einzug der Verwaltung in das neue Gebäude wurde das alte Rathaus abgebrochen und der Bürgersaal mit dem überdachten Vorplatz angebaut. Im Erdgeschoß befinden sich die Gemeindebücherei, ein Mehrzweckraum für die Feuerwehr, in dem auch Mütterberatungsstunden, kleinere Versammlungen und die Wahlen abgehalten werden.

Außerdem ist ein kleinerer Raum vorhanden, der zurzeit noch den auswärtigen Ärzten als Rezeptier- und Sprechstundenraum zur Verfügung steht. Von einem großzügigen Vorraum führt der geräumige Treppenaufgang in das Obergeschoß, wo außer dem Bürgersaal, die Gemeindekasse, das Trauzimmer, das Bürgermeisterzimmer mit Balkon sowie drei weitere Räume für die allgemeine Verwaltung und das Grundbuchamt vorhanden sind. Je zwei getrennte Toiletten befinden sich im Erdgeschoß und im Obergeschoß. Das Rathaus ist bis auf die Teile unter dem Feuerwehrgeräteraum und dem Bürgersaal unterkellert. Hier befinden sich die Heizungsanlagen, der Tankraum und drei Kellerräume zur Aufbewahrung verschiedener Gerätschaften.

Das Gemeindearchiv ist ebenfalls in diesen Räumen untergebracht, wenn auch vergessen wurde, die hierfür vorgesehenen Räume feuersicher herzurichten. Leider kommt es bei hohem Grundwasserstand immer wieder vor, dass durch den Kellerboden Druckwasser eindringt. Hier kann auch die installierte Wasserpumpe keine richtige Abhilfe schaffen. Im Obergeschoß fehlen ein Geräte- und Putzmittelraum sowie ein Personal- bzw. Sozialraum, wie er heute in öffentlichen Gebäuden eine Selbstverständlichkeit darstellt. Trotzdem ist das neue Rathaus mit seinen großen Blumenkästen ein Schmuckstück der Gemeinde.

Das neue Rathaus erforderte einen Kostenaufwand von rund 500.000,- DM, von dem die Gemeinde rund 300.000,- DM aus eigenen Mitteln beizusteuern hatte. Schulden wurden im Zusammenhang mit dem Rathausneubau nicht gemacht.

Im Jahre 1999 wurde das Rathaus renoviert und der Vorplatz neu gestaltet und erhielt somit sein heutiges Erscheinungsbild.

[i] Quelle: Zuzenhausen – Bild eines Dorfes. Ein Heimatbuch zur 1200-Jahr-Feier

Die Elsenzbrücke

DIE ZUZENHÄUSER UND IHRE BRÜCKE

Wie schon der Zuzenhäuser Ortsneckname „Briggehossler“ vermuten lässt, hatten die Einwohner schon immer eine besondere Beziehung zu der Elsenzbrücke am Rathaus. Des Öfteren hat sich in den vergangenen Jahrhunderten das ortsbildprägende Bauwerk geändert.

Hier eine chronologische Darstellung:

1728

Wurde erstmals eine massive Steinbrücke mit großem Bogen erbaut. Anfangs war die Brücke noch mit schweren Eichenbalken eingedeckt. Durch den Bogen taten sich die Fuhrwerke, besonders im Winter, mit der Überfahrt schwer. Durch die damals schon vorhandenen Sitzgelegenheiten auf beiden Seiten, war die Brücke schon von Anfang an ein beliebter Aufenthaltsort für die Einwohner. Folgende Inschrift zeugte von der Erstellung:

„Durch Gottes Gnad‘, Hilf und Beistand haben erbaut dies Brucken Joh. Wilhelm Vogt, Schultheiß der Gemeind‘ dahier, Wilhelm Hoffmann, Bürgermeister des Gerichts, Leonh. Brühler, Bürgermeister der Gemeinde mit Hilf‘ der ehrsamen Bürger allein“.

1769

Es stellte sich im Laufe der Jahre heraus, dass der Durchlass der Brücke bei Hochwasser zu klein war. So wurde der Bogen im Jahr 1769 erweitert und komplett in Stein ausgeführt. In dieser Form sollte sie 120 Jahre bestand haben.

Abbildung 1: Die Steinbrücke mit dem Alten Rathaus

1889

Im Jahre 1889 wurde die steinerne Brücke durch einen Kostenaufwand von damals 16.000 Mark durch eine Brücke aus Metall ersetzt. Diese bauliche Maßnahme machte es notwendig, dass die Brückenfundamente weiter „landeinwärts“ gesetzt werden mussten. Dadurch musste auch leider zum „allgemeinen Bedauern der Einwohner“ wie Pfarrer Glock in seiner Ortschronik schreibt, die Linde am Rathaus (siehe Abb. 1) dem Fortschritt weichen. Ebenfalls bedauerlich wird gewesen sein, dass es auch keine Sitzmöglichkeiten mehr auf der Brücke gab.

Abbildung 2: Die „neue“ Metallbrücke bei einem Hochwasser.

1974

Die bisher letzte Erneuerung der Elsenzbrücke fand im Jahr 1974 statt. Für rund 450.000 DM wurde sie nochmals, für eine Belastungen von 60 Tonnen und einer Fahrbahnbreite von 6 Metern mit beidseitigem Gehweg, den neuesten Verkehrsbedürfnissen angepasst. Bei der feierlichen Einweihung am 11. November gab der damalige Bürgermeister Otmar Butschbacher der Hoffnung Ausdruck, dass diese Brücke nur friedliche Menschen und Fahrzeuge passieren mögen. Bis heute hat sich das erfüllt, möge es auch in Zukunft so sein.

Das Heimatlied

Das Gasthaus zum Elsenztal

Das 1978 zur 1200-Jahr-Feier renovierte Fachwerkhaus war über Jahrzehnte eine beliebte Gaststätte. Heute befindet es sich im Besitz der Baufirma Reinhard. Im Heimatbuch „So war’s und so isch’s worre“ ist die bewegte Geschichte der Gaststätte nachzulesen.